cannibale-vocale
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Westerwälder Ensemble steht unter neuer musikalischer Leitung

 

Eschelbach. Die Suche hat ein Ende, so verkündete Thilo Daubach, Frontmann des westerwälder Vocalensembles cannibale vocale, das Ende ihrer Chorleitersuche. Fast ein halbes Jahr, nachdem Fraser Gartshore aus privaten Gründen den Taktstock aus der Hand gab, waren die 16 Sänger auf der Suche nach einem geeigneten musikalischen Leiter. Er sollte kompetent und jung sein, unsere Musik mögen und auch vom Charakter her zu uns passen, so der Vorsitzende. Auch im Hinblick auf unser 6. westerwälder mundART acappella festival 2021 sollte er mit uns zusammen, ein neues Programm erarbeiten.

 

Nicolas Schouler heißt der Neue. Schouler ist 29 Jahre alt und lebt in Niedererbach. Der Bariton begann seine musikalische Ausbildung im Alter von acht Jahren bei den Limburger Domsingknaben. Dort lernte er schon sehr früh die bedeutenden Werke der Chormusik kennen und erhielt sowohl im Fach Musiktheorie als auch am Instrument Klavier den ersten Unterricht. Des Weiteren absolvierte er mit 18 Jahren im Bistum Limburg seine Ausbildung zum Chorleiter.

 

Nach dem Abitur nahm er zunächst das Studium im Studiengang Bachelor of Music Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main in der Klasse von Herrn Prof. Berthold Possemeyer auf. Darauf folgte das Studium Master of Music Gesang an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln bei Frau Prof. Mechthild Georg, das er im Juli 2019 abgeschlossen hat. Weitere künstlerische Impulse gaben ihm Meisterkurse, unter anderem bei Helmut Deutsch, Andreas Scholl, Lucio Gallo sowie Johannes Martin Kränzle.

 

Sein Operndebüt feierte er im Oktober 2014 mit einer Inszenierung der Oper „Così fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart in der Rolle des Guglielmo am Staatstheater Koblenz. Zu weiteren wichtigen Stationen seiner künstlerischen Laufbahn zählen im Rahmen einer Hochschulproduktion innerhalb des Rheingau Musik Festivals 2015 die Rolle des Enrico in Haydns „L'isola disabitata“ sowie die Hauptrolle in dem zeitgenössischen Werk für einen Darsteller „alles was größer als mein Körper ist hat lange mit dem sprechen aufgehört“, die er im Sommer 2016 bei dem Projekt „Tanz der Künste“ in Frankfurt am Main spielte. In der Opernproduktion 2019 der Kölner Musikhochschule übernahm er die Rolle des Tarquinius in Brittens „The Rape of Lucretia“.

 

Neben seiner Auftritten als Opernsänger und Darsteller ist er zudem bei professionellen Konzertchören als freier Mitarbeiter tätig und tritt sowohl als Solist als auch mit Ensembles und Chören regelmäßig auf nationaler und internationaler Ebene auf.

 

Gleich ins kalte Wasser warf er sich selbst, als die Sänger ihn baten an einem Auftritt der noch in der letzten Woche absolviert wurde, zu dirigieren. Dies tat er mit Freude. So konnte er das Ensemble neben dem Probedirigat, genauestens kennenlernen. Mit dem studierten Musiker freuen sich Sänger von cannibale vocale über seine professionelle und genaue Arbeit an den Liedern, ohne dass die Lockerheit in der Chorprobe verlorengeht. Das ist dem Niedererbacher auch sehr wichtig: "In erster Linie, dass der Chor Spaß am Singen hat und sich weiter entwickelt, also Jahr für Jahr immer schwierigere Stücke nimmt. Und dass wir weiterhin den ausgeglichenen Klang beibehalten wie es meine Vorgänger bereits den Sängern vermittelt haben.

 

Alle Chöre sind unterschiedlich, daher habe ich nicht ein Ziel, sondern arbeite mit dem Chor, je nachdem auf welchem Stand er ist, was er braucht und was er will." Was Vereinsvorstand und Chor schon vor einiger Zeit bei diesem Auftritt beeindruckt hatte: Wie leicht die Hände des Chorleiters beim Dirigieren durch die Lüfte schweben. Ein besonderer Dank gilt auch seinem Vorgänger Fraser Gartshore der 5 Jahre lang als Chorleiter fungierte.

 

Dass der Probenbetrieb unmittelbar nahtlos weitergehen konnte, verdankt der Chor seinem Frontmann und langjährigem Vizechorleiter Thilo Daubach und in Vertretung Stefan Kossak.

 

 

Uns ist ganz kannibalisch wohl, als wie fünfhundert Säuen...

(Johann Wolfgang von Goethe in Faust)